Fachwerkhäuser lassen sich baugeschichtlich keiner bestimmten Epoche zuordnen. Historische Fachwerkgebäude sind aus den letzten Jahrhunderten bekannt. Gleichwohl wurden auch in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Fachwerkhäuser gebaut.

Bei dem klassischen Fachwerk besteht die tragende Konstruktion aus Holz. Das sind im Wesentlichen waagerechte, senkrechte und schräg liegende Balken und Pfosten. Ausfachungen hat man mit Lehm- oder Mauersteinen ausgefüllt. Wahlweise sind die Gefache verputzt und gestrichen oder als Sichtmauerwerk hergestellt.

Die Fachwerkwand ist meist nur etwa 20 cm dick. Durch die unterschiedlichen Baustoffe, die in der Fassade der direkten Bewitterung ausgesetzt sind, gibt es Probleme hinsichtlich Wärme-, Schall- und Brandschutz. In Regionen mit hohem Niederschlag, in exponierten Bereichen und überall dort, wo mit einer erhöhten Windbeanspruchung zu rechnen ist, hat sich diese Konstruktion nicht bewährt, weil der Schlagregenschutz nicht ausreichend ist. Eine Folge davon ist, dass Fachwerkhäuser oft an den wetterseitigen Wänden verputzt, verschindelt oder mit Holz oder Fassadenplatten versehen worden sind.

Historische Fachwerkgebäude um 1900 und älter sind im Regelfall nicht oder nur teilweise unterkellert. Ihre Fundamente bestehen meist aus Felsen oder Feldsteinen. Gebäude um 1900 und jünger weisen auch gemauerte Fundamente aus Ziegeln auf.

Bei diesen Gebäuden muss mit aufsteigender Feuchtigkeit immer gerechnet werden.